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Montag, 20. April 2009

Verborgene Weisheiten

Ich bin heute zufällig über den Wikipedia Artikel "Molotowcocktail" gestolpert und als ich mir die hitzige Diskussion über die deutsche Rechtslage zu Bombenbauanleitungen durchlas, wurde mir klar, dass es in der Wikipedia noch weitaus mehr Informationen gibt, als man als Deutscher eigentlich sehen soll. Streitpunkt ist in diesem Fall das deutsche Waffenrecht.

Mal abgesehen davon, dass hier ganz klar ersichtlich (zu Unrecht!) deutsche Gesetze auf Österreicher und Schweizer Bürger angewendet werden (obwohl übrigens sogar im Duden die Bestandteile erklärt werden) wird hier das deutsche Volk mal wieder bevormundet (oder bevormundet sich selbst). Zumindest in seiner eigenen Sprache, denn in manch anderer Sprachversion des Artikels wird daraus überhaupt kein Hehl gemacht.

Die Französische z.B., ist ja schon recht aufschlussreich, aber die russische Variante kann ich nur empfehlen. Oh Gott, mache ich mich jetzt Strafbar wenn ich sie verlinke? Ja! Denn ich bin für meine Links verantwortlich. Das gilt übrigens auch für die Wikipedia selbst - leider haben die Admins gegen die vielen Bots überhaupt keine Chance (irgendwann hat man es scheinbar sein lassen; ist über-indizierte-Literatur-sprechen eigentlich auch Strafbar?). Also:

1) Auf die russische Version des Wikipedia Artikels gehen.
2) Link kopieren
3) Link einfügen bei translate.google.com
4) All die grausamen Details erfahren

Bei deutschen Gesetzen bekomme ich jedes Mal einen Würgekrampf. Was soll der Scheiß? Das ist Wissen. Warum sollte man das verbieten? Vielleicht brauchen wir das ja noch mal irgendwann. Und wenn schon, liebe Politiker, dann am besten gleich richtig. Also bitte auch den Artikel über Schwarzpulver löschen und Chemieunterricht verbieten. Affen! Na egal; diese senilen, weltfremden Schauspieler werden letztendlich eh keine Chance haben. In nicht allzu langer Zeit werden wir ganze Exabyte auf die Größe eines Fingernagels packen können und dann ist es eh bald endgültig vorbei mit der Zensur.

Hier mal ein paar Beispiele von brutalem Vandalismus, mit dem die Aufpasser tagtäglich zu kämpfen haben:

- Verrückt, was die Leute mit Wunderkerzen so alles anstellen...
- Öl als Bindemittel eingesetzt?? Wie fies!
- Huiuiui... na zum Glück wurde dieser Artikel rechtzeitig entschärft!

Einfach mal die Früheren Versionen durchstöbern. Manche hatten zwar gefordert auch diese zu verbren... ähhm zu löschen, allerdings wurde dies leider versäumt (- und wenn schon, es kommen permanent neue, unerwünschte Einträge hinzu).

Ach ja, und nicht vergessen: Wenn man irgendwann mal in die dumme Situation kommen sollte, mit so einer verbotenen Waffe einem feindlichen Panzer zu begegnen, dann immer schön auf die Lufteinzugsschächte des Motors werfen, denn davon explodiert der Tank. Hab' ich auf Wikipedia gelesen...

Donnerstag, 19. März 2009

Putsch in Madagaskar

Rajoelina hat sich vorgestern mit der Macht von wenigen (wenngleich, strategisch wichtigen) abtrünnigen Offizieren gewaltsam an die Spitze geputscht. Die internationalen Reaktionen sind, wie vorauszusehen war, Empörung und Inakzeptanz. Etliche Staaten warnen vor der Einreise nach Madagaskar und sehen zu, dass sie ihre Landsleute herausbekommen, Corsair fliegt schon gar nicht mehr her. TGV hat ein erstklassiges Terrorregime in Schwung gebracht. Erste Anzeichen dafür fand man vorher schon auf der Straße. Jetzt ist Rajoelina anscheinend nicht nur selbsternannter Präsident, nein, er ist defacto Präsident - obwohl er das nach eigenen Angaben nie sein wollte, aber das war noch vor seinem zweifelhaften Erfolg. Sein Einzug in den Regierungssitz war von lächerlichem und mittelalterlichem Exorzismus und Beseitigung von satanistischen Flüchen seitens der "Mpiandry" begleitet. Frühere, politische Gegner haben nun nichts mehr zu lachen. Die Zeitungen berichten von Verhaftungen und menschenunwürdigen Folterungen.

Ravalomanana hatte, eigentlich, schon lange nichts mehr zu melden - dafür hätte er viel früher reagieren müssen, seine Arroganz allerdings lies dies wiederum nicht zu. Seine engsten Berater und sein Kommandostab verrieten ihn am Ende. Letzterer landete zuerst in einem Kofferraum und schließlich im Gefängnis von TGV. Der Präsident versuchte mit einer letzten Entscheidung aus Verzweifelung eine Führung auf militärischer Ebene einzuleiten. Diese neuen "Führer" allerdings übergaben mit fast sofortiger Wirkung ihre Macht an Rajoelina - was legal aber mal wieder nicht mit der Verfassung in Einklang zu stehen scheint, denn Artikel 52 der madagassischen Verfassung besagt, dass die Machtübergabe eines "Directoire Militaire" nur durch echte Wahlen vollzogen werden kann.

Echte Wahlen und Verfassung waren freilich noch nie ein Hindernis, und so, dem internationalen Sturm trotzend, beharrt er auf seinen Plan und versucht sein desaströses Image wieder aufzuheitern indem er z.B. ein neues Krankenhaus bauen will. Das wird er brauchen wenn er für 24 6 Monate (diese lange Zeitspanne wurde international verurteilt) "Präsident" sein will. Einige meinen, dass danach wohl wieder der Ex-Schlächter Ratsiraka übernehmen wird. Währenddessen ruft er nun, wie Ravalomanana vorher auch, ebenfalls nach Investoren; Ich zweifele ernsthaft an seinen Chancen, denn er war es, der genau diese harte Arbeit seines Vorgängers in nur 3 Monaten irreparabel zunichte gemacht hat, nur um die Macht ansich zu reißen. Der Preis des Euros ist gestern Nacht schon mal schlagartig von ~2480 Ar auf 2608 Ar gestiegen. Die Zukunft Madagaskars sieht ohne Zweifel nachwievor düster aus.